Christoph Schaefer, Die Stadt ist unsere Fabrik - The City is Our Factory, erscheint am 19. Maerz 2010 - booklaunch March 19, 2010, Spector Books, Buchmesse Leipzig - Leipzig book fair, ISBN: 978-3-940064-95-0, Kritiken - Reviews, Textauszug - Examples , Lesungen - Readings buch bestellen: hier. scroll down für links zu interessanten diskussionen

 

"Die Stadt ist unsere Fabrik" ist ein Buch aber kein abgeschlossenes Werk. Es kommt aus der Bewegung und will weiter bewegen. Es hat geklaut und es will weitermachen. Hier sind links, zu Webseiten, die ich im Zusammenhang mit der Diskussion um "Die Stadt ist unsere Fabrik" interessant finde:

BLOG: Unter dem Titel "Lefebvre # stricken" findet auf dem blog "from town to town" ein unverzichtbarer Dialog zu Recht auf Stadt, Lefebvre, Urbane Bewegung in Hamburg statt - auf hohem Niveau, mit dem Alltag verknüpft, äußerst lesenswert und es macht auch Spaß! Denn hier setzt sich Stadttheorie aus unterschiedlichen Stimmen, Umherschweifen, aus dem Alltag heraus entwickelter Politik zu einer neuen sozialrevolutionären Raumpolitik zusammen - es gibt Hoffnung, Leute.

FABLAB-FABRICATION LABORATORY: Dann hat Niels Boeing in der taz kurz vor Weihnachten, kurz vor der Recht auf Stadt Parade, mal eine Menge Diskussionen zusammengefegt, die bis dahin halbverbunden im Raum lagen: Recht auf Stadt in der taz Hamburg und "Die Stadt ist unsere Fabrik" im Technology Review sind wichtige knappe Beiträge zur Debatte. Auf einem im Buch erwähnten nächtlichen Debattenspaziergang sprach Niels über 3D-drucker und das fablab und darüber, wie nach der Personalisierung des Computers die Personalsierung der Produktion die Stadt verändern wird. Jan Wenzel von Spector Books hat mich auf diesen Beitrag über Bre Pettis' 950 Dollar "MakerBot"hingewiesen, den dieser auf Alexander Kluges dctp TV vorstellt. In dem Video kommt ALLES zusammen: Pettis sitzt mit dem Interviewer im Café und philosophiert, während neben ihm, auf dem Cafétisch, der Roboter einen selbstdesignten Flaschenöffner druckt... Die Idee für's fablab entstand am Center for Bits and Atoms am MIT, in Europa hat Holland mal wieder die Nase vorn und das Amsterdamer fablab wurde von denselben Leuten von de Waag gegründet, die unsere Freunde aus Delhi von Sarai seit Anbeginn unterstützen. (Sarai haben auch das Cybermohalla lab initiiert, das auf der Konferenz Park Fiction presents Unlikely Encounters in Urban Space präsentiert wurde - kommt im Buch vor). In Die Stadt ist unsere Fabrik gibt es auch einen Text aus dem Cybermohalla, Dilli Gate von Yashodha Singh, ein wichtiger Text aber auch Vorgeschmack auf "Trickster City" das neueste Buch aus dem Cybermohallah, gerade erschienen bei Penguin India. Das erste deutsche fablab wurde vor kurzem in Aachen gegründet - bis Hamburg das begreift, kann es wieder Jahrzehnte dauern. Cool: der Recht auf Stadt Wiki.

LA FABRICCA DIFFUSA: Interessant in Bezug auf den Slogan "Wir erfinden die Stadt neu" finde ich dieses Essay von Maurizio Lazzarato, in dem dieser Satz zu lesen ist: "In dieser Konzeption der Produktion des Reichtums arbeiten und erfinden alle, sowohl in der Fabrik als auch in der Redaktion einer Zeitung, als auch in einer politischen Bewegung oder in einer Schule. Konsequenterweise sind die Subjekte der Produktion nicht auf die zwei Klassen der Arbeiter und der Kapitalisten zu reduzieren, sondern sie sind in der Heterogenität und der Differenz der Vielfalt zu suchen. Drittens ist die Tätigkeit der Kooperation und der Produktion die Kombination infinitesimaler und multipler Aktionen. Die Invention ist nicht der prometheische Akt eines großen Mannes, sondern die Tat von “kleinen Ideen” (Leibniz), die von kleinen Männern getragen wird. Der Historiker und der Soziologe der Innovation täuschen sich, weil sie den Prozeß nicht betrachten, in dem verschiedene Gehirne kooperiert haben, bevor ein einzelnes Gehirn das Resultat daraus gezogen hat." Maurizio Lazzarato befasst sich mit Begriffen Gabriel Tardes unter dem provokativen Titel: "Warum wir nie Sozialisten gewesen sind und was uns am Marxismus nicht zufriedenstellt". In die Debatte "gelauncht" wurde der Begriff "Die Stadt ist unsere Fabrik" von den Operaisten imItalien der späten siebziger Jahre, und wieder aufgegriffen in einem Interview in einem Interview, dass Rocko Schamoni und Christoph Schäfer mit der konkret geführt haben, sowie mit einem Gespräch mit dem Fanzine SUPRA aus dem Fanumfeld des FC-St.Pauli. Frank John hat sich im ak selbst interviewt: Besonders am Ende des Artikels gelingt es, eine argumentative Verbindung zwischen Post-Operaismus, der vom Euromayday versuchten Debatte um "Prekarisierung" und der Recht auf Stadt Bewegung hin zu bekommen. Warum der Artikel Hamburg High Heels heißt, bleibt mir aber ein Rätsel. Ein schickes Foto von Spanier zeigt die schicke Adaption des Slogans "Die Stadt ist unsere..." durch den Euromayday 2010 in Hamburg.

SCHWABINGGRAD: Frank ist wie der Autor beim Schwabinggrad Ballett dabei. Unser Stück Business Punk City des Schwabinggrad Balletts basiert in weiten Teilen auf Die Stadt ist unsere Fabrik. Neu und sehr schön ist zum Beispiel die Dialektik, die Schwabinggrad herausarbeitet zwischen den auch im Buch vorkommenden "Einwohnern von Ur" und den nicht darin vorkommenden "Einwohnern von Wow!". Während die Einwohern von Ur es lieben, Haufen von Unterschiedlichkeiten zu bilden und sich gerne verlaufen, haben die Einwohner von "Wow!" kleine geile tragbare Geräte dabei, die die eigentlich gängelnde Tatsache der permanenten Erreichbarkeit und der nie aufhörenden Arbeit in cooler Ästhetik verschwinden lassen, und die sich vor Herzog & de Meuron Gebäude stellen und "WOW!" sagen. Auch ganz toll: die neuen Tänze, vor die Wand gefahrenes Aerobic, Industrie-Eurythmie, handgestricktes Meyerdoncksches bolschewistisches Experimentalballett - eine neue Sprache für eine neue Bewegung. Dieser Text wird fortgesetzt.

LATTE TO GO: Der tragbare Milchcafé macht eine irgendwie zu steile Karriere mit barocken Bedeutungswandlungen durch. Es begann kurz nach der Jahrtausendwende mit dem präzisen Begriff der "Cappucino-Ästhetisierung des öffentlichen Raums". Zu diesem Zeitpunkt hatte der Deutsche gelernt, dass man Cappucino ohne Sahne macht. Stattdessen bewiesen die Besitzer von Strassencafés zu diesem Zeitpunkt, dass sie einen Milchschaum zu produzieren in der Lage sind, der so steif und fest ist, dass er auch einem mittleren Frühlingssturm in einer nordischen Stadt stand zu halten in der Lage ist. Die flächendeckende Durchsetzung des Coffee to go zog den Begriff der "Latte Macchiatisierung", eingeführt durch "Park Fiction" 2006, nach sich. In denunzierender Absicht ins Spiel geworfen um die "Latte-Zones", die Gentrifizierungsgebiete, zu bezeichnen, machte der Begriff mit der Recht auf Stzadt bewegung 2009 eine steile Karriere. Jetzt hat sich die symbolische Bedeutung der tragbaren Pappbecher wieder um 180 Grad gedreht: auf dem Euromayday 010 in Hamburg hieß es in etwa: wir sind nicht die Eigentümer, wir sind die Prekarisierten, die mit der Latte ohne festen Arbeitsplatz durch die Stadt schweifen - oder so ähnlich. Hoppla....

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